„Wo uns der Schuh drückt“: Ernst Reuter, die Berliner & das Radio
von Nora Kaschuba
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West-Berlin in den frühen 1950-er Jahren: Die sowjetische Blockade von 1948/49 war durch die Luftbrücke überwunden, doch die Nöte der Nachkriegszeit blieben allgegenwärtig. Dramatischer Wohnungsmangel, hohe Arbeitslosigkeit und die Versorgung der enormen Zahl an Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, der DDR und Ost-Berlin prägten das Leben. Noch dazu war Berlin in vier Besatzungssektoren geteilt und die westliche Hälfte wie eine „Insel“ von der DDR umgeben.

Ernst Reuter musste als erster Regierender Bürgermeister von West-Berlin nicht nur geopolitische Herausforderungen meistern, sondern sich auch den alltäglichen Problemen der Bevölkerung widmen. Um den Bürgern zu vermitteln, wie seine Verwaltung den Wiederaufbau und die schwierigen sozialen Fragen der Halbstadt bewältigen wollte, rief der SPD-Politiker 1951 eine neue Radiosendung ins Leben: Wo uns der Schuh drückt.

Mit seinen Rundfunkansprachen schuf Reuter eine neue Form der politischen Kommunikation, die ihn in einen direkten und nahezu persönlichen Austausch mit den Berlinern treten ließ. Auf der Grundlage Tausender Briefe, die dem Bürgermeister aus der Bevölkerung zugeschickt wurden, sprach er über große und kleine Anliegen und aktuelle Themen, die die Menschen in der geteilten Stadt bewegten.

Die Historikerin Nora Kaschuba hat eine Auswahl der erhaltenen Zuschriften und Radiosendungen zusammengestellt und eröffnet uns damit faszinierende Einblicke in Berliner Lebenswelten zwischen Kriegsende und Mauerbau.

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First Edition, March 2026
A5 52 pages
© 2026 Ueberschwarz Pty Ltd
© 2026 Ernst Reuter Archives Foundation
ISBN 978-1-922686-13-8